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Sebastian Castellio, Die Kunst des Zweifelns

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Sebastian Castellio, Die Kunst des Zweifelns

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Kurzübersicht

Dieses Buch gilt als das heimliche Hauptwerk, die summa summarum von Castellios Denken und Schaffen. Er schrieb es 1563, in seinem letzten Lebensjahr. Das Manuskript blieb unvollendet und galt lange Zeit als verschollen. Aufgefunden wurde es im Archiv der Rotterdamer Remonstranten-Gemeinde, wohin es vermutlich Castellios Gesinnungsfreunde gebracht haben. 1981 vollständig ediert, wurde es für diese Ausgabe erstmals ins Deutsche übersetzt.
sebastian castellio
DIE KUNST DES ZWEIFELNS UND GLAUBENS, DES NICHTWISSENS UND WISSENS
Aus dem Lateinischen übersetzt von Werner Stingl
Kommentiert und bearbeitet von Hans-Joachim Pagel
ca. 400 Seiten mit Abbildungen, Leinenband mit Schutzumschlag und zwei Lesebändchen
EUR ca. 38,00 / SFr 46,00, ISBN 978-3-939973-65-2

Produktbeschreibung

Zweifeln — so Castellio — will also gelernt sein. Und so wie das Zweifeln gelernt werden muss, so auch das Glauben und Vertrauen wie auch das Nichtwissen und Wissen. In dieser Forderung begegnet der Leser einem Menschenbild, das heute auf eine neue Weise wieder aktuell erscheint. Indem er an den freien Willen eines jeden einzelnen Menschen und an die ihm innewohnende Kraft der Vernunft appelliert, seinen eigenen Weg zu suchen und zu gehen, erweist er sich als radikal moderner Denker.
Anlass für dieses Buch waren für Castellio die unsäglichen Wirren und Zerwürfnisse der Reformation, unter denen er auch persönlich zu leiden hatte. Der Streit ging im Wesentlichen um das »richtige« Verständnis der Bibel, die sich dem Leser vielerorts als dunkel und nicht selten auch als widersprüchlich präsentiert. Dies schuf Raum für viele einander ausschließende Deutungen, die zu dogmatischen Abgrenzungen und Verfestigungen führten.
In seinem Buch zeigt Castellio Wege auf, wie man sich aus den Fesseln solch dogmatischer Zwänge zu befreien lernt und damit die Kunst, um die es ihm wesentlich geht: das zu Bezweifelnde von dem zu Glaubenden und das Wissende von dem zu wissen nicht Notwendigen zu unterscheiden und am Ende zu der einem jeden Menschen innewohnenden Wahrheit zu gelangen.

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